Leipzig und die vergrabenen Erinnerungen

Verstaubte Erinnerungen

Zum ersten Mal war ich vor einer gefühlten Ewigkeit in Leipzig. Wir kamen mit dem Zug aus Berlin und hatten beim Umsteigen Zeit. Es war Winter, kaltes und graubraunes Wetter und die Wende war nicht allzu lang her.
Von diesem ersten Besuch sind mir drei Sachen im Gedächtnis geblieben.
Auf dem Weg vom Bahnhof in die Stadt war nichts. Nur Bruch und die damals noch vorhandene DDR-Einheits – Muffigkeit – und ein McDonalds, der knallvoll und offenbar die Attraktion bei den Einheimischen war.
Was mich sehr beeindruckt hat, war die Uhr am Rathaus – und ich fand es schade, dass in der Kamera gerade ein Schwarzweiss-Film war. Die Uhr sieht heute anders aus, das wunderschöne Kobaltblau gibt es nicht mehr. Ich habe eine ganze Weile an meinem Gedächtnis gezweifelt, bis ich dann an eine Dame in der Tourist-Info geraten bin, die sich auch noch erinnerte.
Das dritte ist natürlich der umwerfend imposante Bahnhof. Den habe ich sofort wiedererkannt – er ist noch so wie damals und trotzdem wunderschön saniert.

Bevor ich dieses Foto gemacht habe, stand ich minutenlang vor der Tür, im Raum, bin herumgelaufen … ich weiß, ich war damals, bei meinem ersten Besuch, schon einmal hier und es sah früher nicht wesentlich anders aus. Aber was war es damals? Ein Wartesaal? Ein Restaurant?
Falls das jemand weiß, würde ich mich sehr freuen. Die Barista und die Frau, die ihre erzgebirgischen Merkwürdigkeiten angeboten hat, hatten keine Ahnung. Sehr schade und ein klein wenig potsdam.

Leipzig, ein schöner Traum