365x weniger 2.0

Hallo Minimalismus!

Bereits seit einiger Zeit liebäugele ich mit dem Gedanken, meinen Blog 365x weniger weiterzuführen, irgendwie anzuknüpfen an die Zeit, in der ich fast jeden Tag etwas verschenkt habe. Auch wenn ich irgendwann aufgehört habe, es zu dokumentieren.

Leider habe ich vergessen, mit welcher Emailadresse ich diesen Account angemeldet habe und der Rechner, auf dem noch mein Emailprogramm samt allen Emails aus dieser Zeit schlummert, staubt zwischen anderen Dingen vor sich hin. Klingt nach ner Aufgabe, oder?

Eine Weile habe ich mich darüber gegrämt und gerade gestern, als ich mit einem Kollegen über Wegwerfen und Freiheit gesprochen habe, fiel mir wieder ein, dass ich mich doch im Satisficing üben will. Also: kopieren wir einfach den alten Artikel hierher und schreiben weiter!
Wer meine Verschenkaktion aus 2011 nachlesen möchte, kann das unten tun. Ich vermisse bis heute übrigens kein einziges Ding. Bei manchen Tagen weiß ich nicht mal mehr, wovon ich da geschrieben habe.

Jede Menge fest verschlossener Türen vs grenzenlose Freiheit

In diesem Jahr wird das Nest leer. Mein Job als Mutter ist beendet. Die Wohnung ist jetzt schon zu groß (ich mag große leere Wohnungen, hier allerdings sind sie einfach unverschämt teuer).
Ich finde die Stadt, in der ich wohne, fürchterlich. Wenn ich in SXF ankomme, dauert mein Weg nach Hause oft länger als der Flug dorthin.
Die Möglichkeiten, mich beruflich weiterzuentwickeln, sind ähnlich vielseitig wie die Auswahl an Internetseiten in Nordkorea.
Unterm Strich: sobald die junge Dame ausgezogen ist, gibt es exakt keinen einzigen vernünftigen Grund mehr, hier zu bleiben.

Auf der anderen Waagschale liegt die grenzenlose Freiheit. Ich kann wirklich alles tun, wonach mir ist.
Das ist erst einmal etwas beängstigend. Und dann gucke ich mich dann in meiner Wohnung um und sehe: Dinge. DINGE. Ja Gottseidank!!! Wer Dinge hat und verwalten muss, kann nicht einfach so einen Rucksack packen und für ein halbes Jahr in Neuseeland Kiwis sortieren.

Genau, das muss alles erst einmal weg, bevor die Freiheit zuschlagen kann.
Mit 16 habe ich diesen Zeitungsartikel über eine Frau gelesen, die nur so viel hatte, dass es in einen Koffer gepackt hat. Ich fand und finde das großartig und ungefähr so hätte ich das auch gerne. So wenig Dinge, dass ich überall auf der Welt in jedes kleine WG-Zimmer ziehen kann und überall zuhause sein kann, wo es mir gerade gefällt. Zumindest so lange, bis ich Sehnsucht nach etwas anderem bekomme und vielleicht irgendwo ein Alters- und Behindertenwohnheim für Tiere eröffne.

2018

Damit sind wir beim Projekt für 2018 angekommen. Dass ich am Ende des Jahres wirklich nur noch einen (großen) Koffer voll Dinge besitzen werde, glaube ich heute noch nicht. Muss ich auch nicht, ich denke nicht, dass es eine gute Sache ist, sich unter irgendeinem Druck von Dingen zu trennen.

Was in diesem Jahr von vornherein nicht passieren wird: täglich eine Sache wegzugeben und darüber zu berichten. Mittlerweile kenne ich mich auch gut genug, um zu wissen, dass ich an 365-Tage-Projekten scheitere. Ich hab gerade ein 18-Jahres-Projekt erfolgreich abgeschlossen und möchte mich auf keinen Fall längerfristig für irgendwas festlegen, egal wie freiwillig und locker es sein mag. Pause!
Ich halte euch aber auf dem Laufenden, wie es voran geht und schicke kleinere Zusammenfassungen.
Genauso freue ich mich über Eure Kommentare und was ihr über all den Kram, den wir so mit uns herumschleppen, denkt.

Übrigens: mein Kleiderschränkchen besteht mittlerweile nur noch aus Dingen, die ich gerne und auch wirklich trage. Einer der besten Effekte aus 2011 🙂 – und eigentlich tatsächlich einen eigenen Artikel wert, denn mittlerweile habe ich auch eine Fehlkaufquote von 0 und kann “oh wie schön” und gleichzeitig “das steht bestimmt einer anderen ganz fantastisch” in einem Gedankengang denken.

Wer von Euch Lust auf einen inspirierenden Film hat: ich lege euch “My Stuff” ans Herz. Wer danach keine Lust hat, zuhause mal so richtig auszumisten, dem ist nicht mehr zu helfen ;-).

 

Und jetzt … geht es los.

 

2018

 

1. Mai Ich habe festgestellt, dass ich bis auf einen kleinen Stapel Röcke und meine FlipFlops gar keine “Sommerkleidung” mehr habe. Das finde ich großartig. Allerdings fällt damit auch die Möglichkeit weg, hier die eine oder andere spektakuläre Trennung zu feiern.
Tatsächlich wird es wohl vor allem ein Jahr unter dem Motto “Aufbrauchen und nicht mehr ersetzen” (Shampoo, Parfum, Nussöl, Marmelade und all sowas).
Nennenswerte Dinge habe ich in den letzten Tagen nicht entsorgt. Oder naja … ich hab mal wieder zwei Teller fallengelassen, zählt das auch?

19. April Eine Musa. Musa ist eine Bananenpflanze. Liebevoll gepäppelt und schon etwas schwach kam sie im Herbst zu mir nach Hause. Ich habe für sie sogar eine Pflanzenleuchte gekauft (eines der Teile, die ich so schnell nicht aussortieren werde, zumindest nicht, solange ich in Nordeuropa lebe) und alles gegeben – ich fürchte aber, da passiert nichts mehr.
Der Topf steht jetzt noch bis in den Mai auf der Terrasse in der Sonne. Wenn sich dann nichts tut, kommt sie auf den Kompost.

18. April Zur Feier des letzten Schultages verlässt uns ein Schulrucksack. Praktisch: überall liegen heute Sperrmüllhaufen.
Außerdem: die Entscheidung, keine Pflanzen für die Terrasse anzuschaffen. Erstens wurde uns von dort mehr als einmal etwas gestohlen (T-Shirts vom Wäscheständer und eine Laterne; habe ich erwähnt, dass ich diese Stadt und ihre Einheimischen einfach nur scheiße finde?), zweitens habe ich keine Lust, für die Pflanzen im Fall der Fälle Pflegestellen zu suchen.
Und jetzt geh ich mal alle Zimmerpflanzen rausbringen 🙂

 

2011

26. November Pflicht und Kür: Augentropfen aus September und eine wunderbar blaue Schachtel, die ich bisher allein ihrer Farbe wegen noch nicht entsorgt habe.
Altpapier und Restmülltonne.

27. November Drei rote Fotoalben in einer Pappschachtel. Ein Relikt aus den frühen Anfängen dieses Jahrtausends;  ein Grabstein der guten Vorsätze, endlich all die Mengen Babyfotos einzukleben.
Kiste für die Sperrguthalle.

28. November Grüner Strickmantel aus reiner Wolle.  Ein wunderbares, warmes Teil für junge, große und schlanke Frauen. Also all das, was ich nicht bin. Ein einwandfreier Fehlkauf. 
Kiste für die Sperrguthalle.

29. November Etwa 380 000 einzelne Socken.
Die ewigen Jagdgründe.

30. November Eine Tube Bodylotion, die als Geschenk bei meinem Parfum lag. Ich mag keine Bodylotion.
Für Franzi.

01. Dezember Ein blauer Locher.
Die ewigen Jagdgründe.

02. Dezember Eine Flasche Kaffeesirup Haselnuß. Weiss hier niemand zu schätzen.
Küche am Arbeitsplatz.

03. Dezember Eine Tasche. Habe mittlerweile die Tasche meines Lebens gefunden.
Die ewigen Jagdgründe.

04. Dezember Der schöne Wandkalender für das ablaufende Jahr. Unaufgehängt. 
Altpapier.

05. Dezember Jugendherbergsführer aus dem Jahr 1995. Auf Borkum habe ich beschlossen, nie wieder so eine Institution von innen ertragen zu müssen.
Kiste für die Sperrguthalle.

06. Dezember Graue Hochhackie-Stiefel. Wunderschön, leider zieh ich sowas nicht mehr an, seit ich über 1,65 Meter groß bin. Nein, ich möchte nicht darüber schreiben, warum ich sie mir dennoch gekauft habe.
Kiste für die Sperrguthalle/Kleidersammlung.

07. Dezember Viele leere CD-Hüllen.
Bücherei.

08. Dezember Die schnuckelige kleine Figur vom Inselkäfer. Runtergefallen. Kaputtgegangen. Schade.
Die ewigen Jagdgründe.

9. Dezember Na sowas. Drei gelbe Fotoalben in einer Pappschachtel. Siehe 27. November.
Kiste für die Sperrguthalle.

10. Dezember Ein kleines Tütchen voll Todesangst. Habe ein MRT mit anschließender Entwarnung hinter mich gebracht.

Feiere das mit vierzehn Tagen Freizeitfaulenzen.

25. Dezember Eine Festplatte. Gezwungenermaßen. Ärgerlich.
Elektroschrott.

26. Dezember – 6. Januar Wegwerfpause. Bei den Mengen an urlaubenden Mitbürgern möchte ich, wenn ich dann mal zu Hause ankomme, nur noch schlafen. Die gesamte Silvesternacht ebenfalls.

7. Januar Die wunderschöne grüne Tasse. Mitbewohner und Tochter haben Aggressionsbewältigung trainiert.  Warum machen sie nicht die hässlichen Tassen kaputt?
Die ewigen Jagdgründe.

8. Januar Die braunen Lederstiefel, die mich nun fast sieben Jahre lang getragen haben. Der Eiswinter hier hat ihnen den Rest gegeben. Es war schön mit Euch, wirklich.
Die ewigen Jagdgründe.

9. Januar Der Weihnachtsbaum.
An die Straße gelegt.

10. Januar Mein eigentlich schönes Telefon. Funktioniert auch nach kräftigem Drauftreten nicht mehr.
Elektroschrott.

11. Januar Unser Zweitwok. Welche Mitteleuropäer haben schon zwei Woks gleichzeitig auf dem Herd… seit einem Jahr wohnt er sinnlos bei uns und wir haben ihn noch nicht einmal ausgepackt.
Für Elfi.

12. Januar Der Bademantel. Endlich.
Altkleidersammlung.

13. Januar Wieder einmal ein Schuhkarton voller einsamer Socken.
Die ewigen Jagdgründe.

14. Januar Die Kräuter auf der Küchenfensterbank. Noch ein paar Kälteopfer.
Die ewigen Jagdgründe.

15. Januar Ein altes Netzwerkkabel. Kleinvieh macht auch Mist.
Die ewigen Jagdgründe.

16. Januar Mehrere Blumenübertöpfe, die den Winter auf dem Balkon nicht überlebt haben.
Die ewigen Jagdgründe.

17. Januar meine Sprache. Grippaler Infekt. Alle freuen sich über die Stille.

18. Januar Pflanzenleuchten. Die Dinger, die man in die Erde steckt und die dann nach oben scheinen und wo ich nie weiss, wohin mit den Strippen.
Elfi.

19. Januar Großartige Winterjacke, eigentlich für meine Tochter gedacht. Da hat sich jemand bei ebay aber total in der Größe geirrt.
Gleich wieder ins Rennen geschmissen.

20. Januar Flasche teure Bodylotion. Nett gemeintes Geschenk, das mich aber bei jedem Hinsehen ärgert. Ich mag keine Bodylotion. Und diesen Duft auch nicht.
Weiß noch nicht, wohin. Wäre schade drum. Aber auch schade um den Raum im Bad. Also in die ewigen Jagdgründe.

21. Januar Eine alte elektrische Zahnbürste. Und wir haben immer noch insgesamt zwei recht neue und stecken einfach die Bürstenköpfe um.
Die ewigen Jagdgründe.

22. Januar Die Kuscheldecke, die ich mit 16 nach meinem Auszug von zu Hause gekauft habe. Ich erinnere mich noch an das Geschäft und mein erstes Streicheln über den weichen Stoff. Seit Jahren hebe ich sie nur noch wegen dieser Erinnerung auf, da sie mittlerweile wirklich abgeliebt und unansehnlich ist. Schade, aber sie wird in meinem Herzen bleiben.
Die ewigen Jagdgründe.

23. Januar Ein Glas mit Salz, das wir zu unserem Einzug auf der Insel bekommen haben. Dinge, die einem Glück gebracht haben, sollte man weitergeben.
Mitgenommen zu einem Frühstück bei einer Familie, die auf die Insel gezogen ist.
 
24. Januar Eine großartige Strickjacke von Hess Natur, seit dreizehn Jahren bei mir, so gute Qualität, dass sie heute noch aussieht wie fast neu. Wenn da nicht dieser selbst verursachte Riß wäre.
Die ewigen Jagdgründe.
 
25. Januar Eine weinrote Cordjacke. Zuletzt getragen an dem Tag, an dem ich auf die Insel gezogen bin. Also vor knapp zwei Jahren.
Meine Tochter hat sie sich geschnappt.
 
26. Januar Bunt gestreifte Lieblingskissenhülle aus dem Göttinger Weltladen. Seit fast 20 Jahren geliebt und unverwüstlich. Bis das Kissen ungünstig in der Nähe einer Kerze lag. Da ich das vermutlich in weiteren 20 Jahren noch nicht abgeporkelt haben werde …
Die ewigen Jagdgründe.
 
27. Januar Ein Shirt, das ich aus sentimentalen Gründen und mittlerweile 13 Jahre lang ungetragen mitschleppe. Es gibt ein Foto von mir in dem Teil.
Sperrguthalle.
 
28. Januar Eine Handvoll Parfumproben – und zukünftig werde ich nein Danke sagen, wenn mir jemand solche Werbegeschenke dazupacken möchte.
Meiner Tochter im Tausch gegen eine alte Parfumflasche, die wiederum im Müll gelandet ist.
 
29. Januar Ein schwarzer Mantel aus Sweatshirtstoff mit Fellkragen und -Ärmeln. Sieht cool aus. Zu cool für mich.
Kiste für die Speerguthalle.
 
30. Januar Ein paar Träume. Muss wohl hin und wieder sein.
Richtung offenes Meer davongeweht.
 
31. Januar Ein Noppendings für die Dusche. Gut gemeint und bestimmt durchblutungsfördernd, leider nicht benutzt.
Heiko.
 
1. Februar Mein alter Strohhut. Wo der überall mit mir war! Wo der überall unbenutzt im Ferienhaus/Zelt/Auto gelegen hat! Ich habe ein Foto von ihm. Da hat ein Freund von mir ihn aufgehabt. Natürlich. Ich trage nämlich keine Strohhüte. Egal wie schön und teuer sie sein mögen. Und in meinem Alter darf ich mir das auch endlich mal eingestehen und entsprechend handeln.
Sperrguthalle.
 
2. Februar T-Shirt von Jack Wolfskin. Zumindest unsere Insel ist voll mit Individualisten im Jack-Wolfskin-Einheitslook. Ich mach keine kostenlose Werbung für die Firma, die meint, sie hätte das Recht auf die Katzentatze.
Sperrguthalle.
 
3. Februar Lederjacke. Schon schön, aber leider … hängt seit über einem Jahr ungetragen im Schrank und ich fühle keine Sehnsucht, ihr nahe zu sein.
Sperrguthalle.
 
4. Februar Großartige weiße Bluse. Fühlt sich gut an, sieht gut aus. Nur nicht an mir. Ist eher was für Transvestiten-Oberweiten. Trotzdem jahrelang mitgeschleppt. Schluß damit.
Altkleidersammlung.
 
5. Februar Eine Heizungs-Katzenhängematte. Weil mir wichtig ist, zu wissen, ob sie gemocht wird.
Für die Haukenfrers’schen Miezekatzis.
 
6. Februar Den Schal von meinem alten Freund A. Hat er vor vielen Jahren mal bei mir liegengelassen und ich habe ihn gerne immer mal wieder gekuschelt. Jetzt soll er aber zurück.
Wird lieb eingepackt und zurückgeschickt. Ha! Der wird Augen machen….
 
7. Februar Einen Pullover, in dem doofe Erinnerungen hängen.
Mülleimer.
 
8. Februar Die ersten Gummistiefel meiner Tochter. Ach ja… es waren nicht die letzten. Und Ministiefel kann ich in jedem Geschäft angucken gehen, wenn es mich überkommt.
Altkleidersammlung.
 
9. Februar Eine Packung Katzenminze. Ach….
Für Jens‘ Stubentiger.
 
10. Februar Eine Flasche Körperöl. Wieder mal nett gemeint, aber … ich werde mal dafür sorgen, dass nicht mehr so viel davon ins Haus kommt.
Auch für Jens.
 
11. Februar Eine Mütze. Unfreiwillig. Man nennt das auch verlieren. Chic: der wohl höchst überbewertete Platz Deutschlands wurde als Schauplatz gewählt. Unchic: die Mütze war ausgeliehen.
Sansibar auf Sylt.
 
12. Februar Ein glitzernder Lippenstift. Sei freundlich zu Transvestiten.
Herrentoilette, irgendwo in Westerland.
 
13. Februar Das so schön geplante Wochenende. Geht unter im Infekt.
Dumm gelaufen.
 
14. Februar Eine braune Puschelstrickjacke, deren Fellbesatz die gleiche Farbe hat wie meine Haare. Witzig, aber irgendwie ist die Jacke zu jung für mich. Und ich habe mittlerweile auch schon weisse Haare entdeckt.
Meine Tochter hat sie sich geschnappt.
 
15. Februar Eine Handvoll Unterwäsche, die „zu schade zum Wegwerfen“ war. Jahrelang. Ich bin mir aber zu schade zum Aufheben.
Die ewigen Jagdgründe.
 
16. Februar Ein Shirt, das ich so gar nicht mochte. Aufgehoben einzig aus dem Grunde „weil es warm ist“. Bei mir bleiben darf aber nur noch das, was mich glücklich macht.
Sperrguthalle.
 
17. Februar Ein Fotobuch. Bestellt, reingeguckt, Haare zu Berge stehen lassen, weitergegeben. So einfach kann das sein.
Ebay
 
18. Februar Ein giftgrüner Pulli mit wirklich tollem großen Kragen. Leider aus steifster Biobaumwolle, daher jahrelang mitgeschleppt und nie getragen.
Sperrguthalle.
 
19. Februar Jack-Wolfskin-Jacke. Seltenst getragen. Und Wolfskin trägt mittlerweile jeder. Och nee.
Altkleidersammlung.
 
20. Februar Der Strohhut meiner Tochter. Ein traumhafter Florentiner mit zauberhafter Blütenranke. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Siehe 1. Februar.
Sperrguthalle.
 
21. Februar Jeanshemd mit Kapuze und Reißverschluß. Ein theoretisches Lieblingsteil. Leider sehe ich darin seit mehreren Jahren bei jedem Anprobieren unverändert wie eine klimakterische Makrobiotikerin aus.
Sperrguthalle.
 
22. Februar Noch ein Biobaumwollpulli. Schöne Farbe, schöne Herkunft, leider irgendwie sackartig.
Sperrguthalle.
 
23. Februar Ein Adelsromanheft. Irgendein Spaßvogel hat mir das geschickt. Vielen Dank, aber genau dieses Heft habe ich schon…
Sperrguthalle.
 
24. Februar Eine ziemlich teure Hose. Ich bin einfach nicht der Typ für teure Klamotten. Zumindest dann nicht, wenn sie auch teuer aussehen.
Altkleidersammlung.
 
25. Februar Ein Topf voll Blumenzwiebeln aus den letzten zwei Frühjahren. Ich dachte, die kämen wieder. Stattdessen haben sie sich für immer verabschiedet.
Kompost.
 
26. Februar  Wieder einmal ein Unterwäscheteil, nachdem ich es einen Tag lang anhatte. Das Leben ist zu kurz für schlecht sitzende BHs.
Die ewigen Jagdgründe.
 
27. Februar Ein Kleidchen. Ich liebe Kleidchen, die ich auch über Jeans tragen kann. Ich dachte, wir würden warm werden. Aber alles passt irgendwie knapp nicht: Der Ausschnitt, der Stoff, der Schnitt. Überhaupt. Sowas kommt vor im Leben.
Altkleidersammlung.
 
28. Februar Ein Seidenshirt. Schön warm, aber seit ich weiß, dass für die Seidengewinnung massenhaft Tiere getötet werden, kann ich das nicht mehr anziehen.
Seidenraupen werden lebendig gekocht.
 
1. März Eine Tasche. Selbstgenäht. Wartet nun seit 2006 darauf, dass ich die Träger annähe. Habe keine Lust, bis 2017 zu warten, bis ich sie endlich benutzen kann.
Sperrguthalle, irgendjemand wird sie sicher mal eben fertigstellen.
 
2. März Ein Bild, das jemand mal von mir gezeichnet hat. Wichtigste Regel: hebe nichts auf, was dich traurig macht.
Altpapier.
 
3. März Ein kleines Büchlein über den Garten Monets, gekauft in Giverny an einem staubigen Frühlingstag irgendwann, lange her. Niedlich und mit schönen Fotos, aber so komplett sinnlos.
Sperrguthalle
4.März Ein Gedicht, das mir jemand mal geschrieben hat. Siehe 2. März.
Altpapier.
5. März Ach, noch ein Kostüm ….
Altkleidersammlung.6. März Ein beherzter Griff in die Gruselkammer meines Kleiderschranks: alle gesammelten einzelnen Nylonstrümpfe und Strumpfhosen, die nur eine kleine Macke haben und den Status „könnte man irgendwann mal brauchen“ haben, entsorgt. Geil.
Ewige Jagdgründe.
 
7. März Stoff, aus dem ich meiner Tochter seit 2006 ein Kleid nähen möchte. Mittlerweile reicht die Stoffmenge nicht mehr aus für sie.
Sperrguthalle.
 
8. März Diverse Bücher von Donna Leon. Will ich seit Jahren lesen. Schleppe ich seit Jahren mit mir rum. Bekomme ich auch in der Bücherei.
Sperrguthalle
9. März Ein rotes Kleidchen. Rot. Ich und Rot. Ich muss PMS gehabt haben.
Altkleidersammlung.
10. März ~20 Bücher. Es ist so befreiend, Dinge loszulassen, die mir nicht dienen.
Sperrguthalle.
11. März Zwei Maneki Neko, japanische Winkekatzen. Unsere Vorstellungen von Glück stimmten nicht überein.
In den Plastikmüll, mit unendlicher Erleichterung.
12. März Das selbstgemachte Spinnenkostüm, das meine Tochter 2003 zum Karneval anhatte. Was man nicht so alles aufhebt…
Sperrguthalle.
 

13. März Drei Bilderrahmen. Sehr schöne Teile, leider alle irgendwann mal runtergefallen und seither ohne Glas. Warte seit Jahren darauf, dass es mich überkommt, sie wieder neu verglasen zu lassen. Warte vergeblich.
Sperrguthalle

14. März  Angesichts der Geschehnisse in Japan fühlt es sich für mich falsch an, Gegenstände wegzuwerfen und mich öffentlich dafür zu bejubeln, während anderswo Menschen nur noch das besitzen, was sie gerade anhatten, als die Flut kam.
Klar, dann brauche ich das Ganze gar nicht zu machen, könnte ein Einwand sein, aber die Katastrophe in Japan berührt mich ganz besonders, da dies Land doch in mittlerer Zukunft eine meiner [Mehrzahl von Heimat] sein soll.
Das Loslassen -natürlich auch von Geld, was soll ich damit, wenn es anderswo so dringend gebraucht wird- wird also fürs Erste im Stillen geschehen und ich setze das Schreiben aus bis zum …
 

14. April. In der Zwischenzeit habe ich mich von dem Volumen von ca. drei Umzugskisten getrennt. Bücher, Kinderkleidung und nochmal Bücher.

 

15. April  Eine Hose. Nur einen Hauch zu kurz. Schade drum, aber ich zieh sie einfach nicht an.
Altkleidersammlung.

 
16. April  Noch eine Hose. Diesmal zu eng.
Altkleidersammlung. 
 
17. April Das wunderbare Seidenkleid. Es ist wunderschön, aber irgendwie finde ich keine Gelegenheit, es anzuziehen und außerdem … keine Seide mehr —> siehe 28. Februar.
Ich laß es mal im Flur hängen, vielleicht verliebt sich jemand.

 
18. April  Eine Lederhose. Sitzt einfach nicht.
Altkleidersammlung.

 
19. April  Ein Lederrock. Zu eng.
Altkleidersammlung.

 
20. April Die schöne Strickjacke. Genau die. Die um die Schultern rum einfach zu eng ist.
Hmmm …. Altkleider vermutlich.
 
21. April  Das steinalte Leinennachthemd, das ich seit mindestens 15 Jahren ungetragen mit mir rumschleppe.  Alles wegen den tollen Initialen: Wina Hauseneik.
Theatergruppe an der Ganztagsschule.

 
22. April  Ein Leinenkleid.
Das erste von vielen. Weil ich mich seit vielen Jahren nicht erwachsen genug fühle, um solche eleganten Kleider zu tragen.
Altkleidersammlung.
 
23. April  Seidenhose.
Zu grün, zu eng, zu schrill.
Und überhaupt – keine Seide mehr, wegen mir müssen keine Raupen lebendig gekocht werden. 
Altkleider.
 
24. April Ein uralter Steiff-Kuschelkäfer.
Habe ich mir mit Anfang 20 wegen des schönen Rots gekauft. Staubt seitdem vor sich hin.
Auf eine Bank am Rosenbeet gelegt.

 
25. April  Rock mit Puschel
Lederrock mit pinken Puschelsäumen. Ich bin einfach nicht so cool und den Riß kann und will ich auch nicht flicken.
Altkleider.

26. April Ein Maniküre-Gerät
Sagenhaft, was man unter Umständen so meint, alles haben zu müssen. Wenn ich an meinen Fingernägeln nicht herummanipuliere, sondern sie nur vorsichtig feile, brechen sie viel seltener ab.
Sperrguthalle.


27. April  Die lila Wickelhose.
Die waren vor zehn Jahren in. Und lila ist einfach nicht meine Farbe.

Altkleider .

28. April Das kleine Schwarze.
Geschenkt bekommen von jemandem, den ich nicht mag. Erinnert mich jedesmal dran, auch wenn es schön ist und mir sehr gut steht. 
Altkleider.

29. April  Das voluminöse Rote
Ziehe ich seit zehn Jahren nicht an, auch wenn es gigantisch aussieht. Aber Rot wird niemals meine Farbe sein.
Altkleider.

30. April Das alternative Blaue
Schön wars damit. Aber seit ein paar Jahren habe ich es dann doch nicht mehr an.
Altkleider.

01. Mai  Das klimakterische Schwarze
So alt werde ich innerlich hoffentlich nie werden. Auch wenn der Stoff noch so schön ist.
Altkleider.

02. Mai Das esoterische Blaue
Es scheint so, als würden all meine alten Sommerkleider mich verlassen.
Altkleider.

03. Mai mein Jeans-Korsett
Die Dinger sehen supertoll aus, man fühlt sich wie eine Katze, wenn man sie anhat und dennoch schätze ich das ungehinderte Atmen mehr als die Optik.
Sperrguthalle – mal sehen, wer das Ding demnächst anhat….

04. Mai Das witzige T-Shirt, das ich zur Geburt meiner Tochter bekommen habe. Ich bin weder körperlich noch humormäßig auf dem Stand von vor über zehn Jahren stehengeblieben.
Altkleider.

05. Mai 2011 Die Babypunkjacke.
Ich dachte, sie würde mich ewig begleiten, um dann an meinen Enkeln cool auszusehen. Aber bis dahin reise ich lieber mit wenig Gepäck durch die Welt und bringe eventuell später mal auftauchenden Enkeln was aus  Japan mit.
Altkleider.

06. Mai Die Kindergartentasche meiner Tochter
Ich lebe nicht mehr mit einem Kind zusammen, sondern mit einer jungen Frau.  Und die freut sich über zusätzliches Taschengeld.
Ebay.

07. Mai  Der Kindergartenrucksack.
Wenn ich schonmal dabei bin.
Ebay.


08. Mai Ein Stapel Kinderbücher.
„Aber das Geld, was im Briefkasten landet, krieg ich!!!!?!!!“ – „Ja sicher!“
Verschenkkiste vor unserer Haustür.

09. Mai Körperöl
Ich sollte mir mal Gedanken machen, warum ich immer sowas geschenkt bekomme.
Andrea.

10. Mai Eine Schachtel Oralpädon Erdbeer.
Das Kind findet es schmeckt scheußlich. So ist das, wenn die Babies groß werden.
Dem Hausarzt in die Hand gedrückt, zum weitergeben.

 
11. Mai  Ein Topf Haarfarbe. Exakter Farbton: „Lola brennt“. Meine Lieblingshaarfarbe. Nur doof, dass die Natur mir blond gegeben hat, denn so sieht das nach zwei Wochen dann aus, als würden weiße Haare nachwachsen. Außerdem ist die Farbe alt und knallt nicht mehr. Habe es ausprobiert. Und Spott ertragen.
Müll.

 
12. Mai  Eine herzförmige Blumenüberschale. Ich sah sie im Supermarkt vor dem Muttertag und habe mitgeteilt, dass ich die Wohngemeinschaft auflösen werde, wenn ich sowas zum Muttertag geschenkt bekomme. Er hats drauf ankommen lassen.
Sperrguthalle.


13. Mai Ein paar Ohrringe. Ich trag sowas einfach nicht. Es macht mich wahnsinnig, wenn sich da an den Seiten was

bewegt.
Sperrguthalle.

14. Mai Eine meiner vielen Strickjacken.
Für Sandra, der hat sie nämlich gefallen.

15. Mai Der Auto-Kindersitz. Weil die Zeit so schnell vergeht und das „Kind“ schon bald ganz erwachsen sein wird.
Ebay.

16. Mai T-Shirt mit MilkyWay-Aufdruck. Aber ich stille schon so lange nicht mehr…
Altkleider.

17. Mai Ein Top mit Bändern, die im Nacken gebunden werden. Treibt mich in den Wahnsinn, ich kann keine Fäden imNacken ertragen.

Altkleider

18. Mai Ein Bikini mit Bändern, die im Nacken gebunden werden. Treibt mich in den Wahnsinn, ich kann keine Fädenim Nacken ertragen.

Altkleider.

19. Mai ohhhh jaaaa, wenn schon, dann auch ganz konsequent:
Ein Kleid mit Bändern, die im Nacken gebunden werden. Treibt mich in den Wahnsinn, ich kann keine Fäden im Nackenertragen.

Altkleider.

20. Mai Drei verschiedene Sorten Erdnußbutter. Ein must have, das aber bei uns offensichtlich ein nobodys darlingist.

Müll.

21. Mai Alle Hüte, die ich zusammengesammelt habe. Ich fotografiere Menschen und keine Accessoires.
Theatergruppe an der Ganztagsschule.

22. Mai Meine Unterlagen, die ich für das Englisch-Abitur benutzt habe. Meine Tochter spricht mittlerweile

fließend englisch mit mir, ich werde in den nächsten Jahren sicher nicht aus der Übung und in die Verlegenheit

kommen, den Nordirland-Konflikt nochmals durchleben zu wollen.
Altpapier.

23. Mai die junge Dame hat sich inspirieren lassen und in hohem Bogen ihre Grundschul-Mappen geleert – in die

Papiertonne.

24. Mai Ein Ledertop. Zu kurz.
Altkleider.

25. Mai ein weiteres Leinenkleid. Leider ein klein wenig zu eng.
Altkleider.

26. Mai Ein Stapel Bücher, die mir durch das Abitur geholfen haben.
Sperrguthalle.

27. Mai Mehrere Geschirrtücher mit Löchern.
Müll.

28. Mai Eine Umzugskiste Kleinkindkleidung.
Sperrguthalle.

29. Mai Ein großer Stapel Kinderbücher.
Verschenkkiste.

30. Mai Ein Abendkleid. Mal irgendwann zum fotografieren gekauft. Überflüssig.
Theatergruppe der Ganztagsschule.

31. Mai Ein Bild, das mal jemand für mich gemalt hat. Doofe Erinnerungen sollte man gar nicht erst in die Kistenpacken.

Sperrguthalle.

01. Juni meine steinalte Langnese-Fahne mit dem alten Logo. Keine Ahnung, warum die so lange bei mir ausgehalten hat.
Will die irgendjemand haben?

02. Juni Eine weitere Umzugskiste Bücher. Wenn die ersten 1000 erstmal weg sind, geht der Rest auch ganz leicht.
Sperrguthalle.

03. Juni Einer meiner Lieblingsröcke. Hat leider einen Riß. So ist das Leben.
Müll.

04. Juni Ein Stapel Bücher, die aufs Elternsein vorbereiten sollten. Lausig – gemessen an der Realität.
Sperrguthalle.

05. Juni Zwei alte Wolfskin-Hosen. Gibt genug andere Leute, die für die Firma Werbung machen. Bin keine Litfaßsäule.
Altkleider.

06. Juni Stapel Fotozeitschriften.
Sperrguthalle.

07. Juni Oh, mein uralter Schlafsack löst sich auf.
Müll.

08. Juni Jede Menge Blumendraht …. wo kommt der denn her?
Sperrguthalle.

09. Juni eine weitere Umzugskiste mit Büchern.
Sperrguthalle.

10. Juni eine Umzugskiste mit Kinderkleidung.
Sperrguthalle.

11. Juni Crazeland von Rosa Liksom. Ich verstehe heute nicht mehr, was ich daran mal gut fand und habe das Buch darum auf dem Schiff liegengelassen. Dort wird es vermutlich in die Bordbibliothek wandern, die daraufhin als „gut ausgestattet“ gilt.

12. Juni Kafka. Ich finde ihn holprig und langweilig. Man darf mich gerne banausig finden. Diverse Bücher. Die darf sich jetzt jemand holen, der ihn gerne liest – in der:
Sperrguthalle.

13. Juni Der Entwurf für eine Tätowierung, die ich mir mal machen lassen wollte. Glücklicherweise habe ich das aus den Augen verloren.
Altpapier.

14. Juni Drei Bücher.
Im Zug liegengelassen.

15. Juni Sämtliche Rollfilmfolien des letzten halben Jahres. Ich möchte nicht darüber sprechen, warum ich die überhaupt aufgehoben habe.
Plastikmüll.

16. Juni Das erste Handtuch, das ich mir selbst gekauft habe. Es ist 21 Jahre alt. Und sieht auch so aus.
Arbeitsplatz, als Putztuch.

17. Juni drei Paar Schuhe, die ich seit Jahren nicht mehr trage.
Altkleider.

18. Juni Altglas. Tütenweise. Gehört irgendwie auch dazu.
Altglascontainer.

19. Juni Ein Liebesbrief. Romantisch. Bereits ein wenig angegilbt. Und verlogen. Sowas braucht kein Mensch.
Altpapier.

20. Juni Eine recht frische Flasche Olivenöl. Schmeckt wie Sirup aus Lastwagenreifen gekocht. Igitt.
Müll.

21. Juni Ein Anne-Geddes-Buch. Schlimm genug, dass ich es überhaupt hatte. Mutterhormone…
Sperrguthalle.

22. Juni Die Lammfellbürste.
An die allerliebste Chefin der Welt. Auch, wenn sie nicht mehr meine ist.

23. Juni Eine Schachtel, die außen blau und innen giftgrün ist. So schön. Und so überflüssig.
Altpapier.

24. Juni Eine Dose Haarfarbe. Lila. Siehe 11. Mai.
Müll.